Presseinformation der KZVB vom 13.07.2006

Bayerns Versicherte zahlen die Zeche - Zahnärzte kritisieren den geplanten Gesundheitsfonds


„Einen weiteren Länderfinanzausgleich zu Lasten Bayerns“ sieht Dr. Janusz Rat, Vorsitzender der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns (KZVB) im von der großen Koalition geplanten Gesundheitsfonds.


Der KZVB-Vorsitzende wirft der großen Koalition vor, mit der geplanten Gesundheitsreform eine noch nie da gewesene Zentralisierung im Gesundheitswesen einzuleiten. „Die Entmachtung der Krankenkassen und der ärztlichen Selbstverwaltung zugunsten von Bundesorganisationen, die Leistungen, Preise und die Mittelverteilung bestimmen sollen, wird sich aufgrund der in Deutschland unterschiedlichen Lebensverhältnisse besonders für die bayerischen Versicherten negativ auswirken“, so Rat.


Aufgrund der geringeren Arbeitslosigkeit und höherer Pro-Kopf-Einkommen würden die bayerischen Versicherten wesentlich mehr in den Fonds einzahlen als der Bundesdurchschnitt. Die Krankenkassen erhielten aber bundesweit einen einheitlichen Betrag. „Das ist in höchstem Maße ungerecht und wird sich nachteilig auf die Versorgung der bayerischen Patienten auswirken“, warnt Rat. Der KZVB-Vorsitzende befürchtet, dass zwischen 1,5 und 2 Milliarden Euro aus Bayern in andere Bundesländer abfließen könnten.


Unterschiedliche Kostenstrukturen sowie die Wirtschaftskraft der Länder müssten bei den Beträgen, die die Krankenkassen aus dem Fonds erhalten, berücksichtigt werden. Dies sei bei dem im Eckpunktepapier vorgesehenen Gesundheitsfonds aber nicht der Fall. Es handle sich dabei vielmehr um „gesetzlich verordnete Gleichmacherei, die den Interessen der Versicherten nicht gerecht wird“, kritisiert Rat.


Für Rückfragen:


Leo Hofmeier, Telefon: 089 72401-214, Pressestelle der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns, E-Mail: presse(at)kzvb.de

 

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