Unnötige Schmerzen verhindern - Zahnärzte kritisieren Pläne zur Narkose

Patienten mit hochschmerzhaften, eitrigen Entzündungen darf eine Vollnarkose beim Zahnarzt nicht verweigert werden. Das forderte die Vertreterversammlung der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns (KZVB) am vergangenen Samstag.
 
„Wir wehren uns dagegen, dass unsere Patienten unnötigen Schmerzen ausgesetzt werden“, kritisiert der Vorsitzende der KZVB, Dr. Janusz Rat, die Absichten des Bewertungsausschusses von Ärzten und Krankenkassen zur ITN-Narkose: Der Ausschuss, in dem die Zahnärzte nicht vertreten sind, hatte sich darauf geeinigt, dass die Krankenkassen nur unter drei Voraussetzungen eine Vollnarkose bezahlen – für Kinder unter 12 Jahren bei mangelnder Kooperation, für behinderte Patienten und bei sehr eng eingegrenzten Eingriffen nach bestimmten Ziffern der ärztlichen Gebührenordnung. „Eine Beschränkung auf nur drei Indikations-Gruppen ist nicht ausreichend“, begründete die Vertreterversammlung der KZVB einen Dringlichkeitsantrag.

Darin sprachen sich die Delegierten einstimmig dafür aus, dass auch Patienten mit hochschmerzhaften eitrigen Entzündungen und Patienten, die allergisch auf Mittel zur örtlichen Betäubung reagieren, weiterhin unter Vollnarkose behandelt werden können.

Eine klare Absage erteilten die Zahnärzte auch der Forderung des Bewertungsausschusses der Ärzte und Krankenkassen, Eingriffe künftig bei der Abrechnung nach komplizierten Codes zu verschlüsseln. Die Vertreterversammlung der KZVB forderte den verantwortlichen Ausschuss auf, zuzulassen, dass Zahnärzte auch in Zukunft operative Eingriffe im Klartext begründen und beschreiben dürfen. Der Referent des KZVB-Vorstandes für MKG-/Oralchirurgie, Dr. Dr. Christoph Will, erklärte: „Was soll die Geheimniskrämerei? Bürokratisch kodierte Gebührenziffern nützen niemandem.“ Rat ergänzte: „Wir Zahnärzte wollen offen und ehrlich abrechnen. Unsere gesetzlich versicherten Patienten können von mehr Transparenz nur profitieren.“
 
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