Presseinformation der KZVB vom 27.03.2006

Bessere Zahnbehandlung für schwer Behinderte und Pflegebedürftige


München, 27. März 2006 – „Wer pflegebedürftig und behindert ist, hat es im Leben schwer genug. Bei der Zahnbehandlung wollen wir diese oftmals hochsensiblen Menschen nicht noch zusätzlich unter Stress setzen“, erklärt Dr. Janusz Rat, 1. Vorsitzender der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns (KZVB). „Die Kollegen in den Praxen setzen sich nach Kräften dafür ein, den Bedürfnissen der betroffenen Patienten gerecht zu werden. Jetzt haben wir mit der AOK Bayern einen Vertrag geschlossen, der diesen Anforderungen Rechnung trägt.“


„Die neue Vereinbarung fördert die Zahngesundheit pflegebedürftiger Menschen mit schweren körperlichen und geistigen Behinderungen, denn wir verstärken die Anreize für eine hochwertige zahnmedizinische Versorgung der Betroffenen“, so Dr. Helmut Platzer, Vorstandsvorsitzender der AOK Bayern. Die AOK verdoppelt die Vergütung für konservierend-chirurgische Behandlungen – beispielsweise Füllungen – und für Röntgenleistungen. Die Vertragszahnärzte verpflichten sich, die Behandlung der Pflegebedürftigen und schwer Behinderten nach besonderen Vorgaben zu dokumentieren. Zudem richten KZVB und AOK Bayern eine gemeinsame Qualitätskommission ein. Sie hat die Aufgabe, die zahnmedizinische Versorgung der betroffenen Patienten zu prüfen, auszuwerten und weiterzuentwickeln.


„Dieser Vertrag ist richtungweisend und ein wichtiger Schritt für die Verbesserung der ambulanten Betreuung von Pflegebedürftigen und Behinderten. Ich hoffe, dass sich andere Krankenkassen bald anschließen werden“, erklärte Bayerns Sozialministerin Christa Stewens.


Von der Vereinbarung zur Qualitätsverbesserung profitieren die Schwächsten der Gesellschaft: Patienten der Pflegestufen 1, 2 und 3, die auf Dauer an einer schwerwiegenden körperlichen oder geistigen Behinderung leiden, weshalb eine Behandlung in der Zahnarztpraxis mit örtlicher Betäubung nicht möglich ist. Der Vertrag umfasst ambulante Behandlungen in Krankenhäusern, Tageskliniken oder Praxen unter Intubationsnarkose – einer Vollnarkose, die ein Anästhesist einleitet und überwacht.


Behinderte entwickeln oft Fehlstellungen der Zähne, die das Leben noch einmal erschweren. Vielen fällt die Mundhygiene schwer, weil sie motorische Probleme haben. Menschen mit Behinderungen müssen daher erfahrungsgemäß öfter zum Zahnarzt. Rund 1,3 Millionen gesetzlich Versicherte waren laut Bundesgesundheitsministerium zum Jahresende 2004 ambulant pflegebedürftig.


Für Rückfragen:

Julika Sandt, Pressestelle der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns
Tel.: 089 72401-184, Fax: 089 72401-276, E-Mail: presse(at)kzvb.de

 

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