Der Böhmsche Rat

aus der Publikation kzvb TRANSPARENT Heft 04/05

 

Langzeitprovisorium


Immer wieder tritt das Problem auf, wie Langzeitprovisorien abzurechnen sind. Das Referat für Honorarwesen der KZVB fasst zusammen:

Vorbemerkung:
Festsitzende Provisorien (sinngemäß der Bema-Nummer 19) sind mit den Festzuschüssen nach den Befundklassen, die für die endgültige Versorgung anzusetzen sind, mit abgegolten und daher bei der später erfolgenden Abrechnung der endgültigen Versorgung anteilig als Zuschuss enthalten. Es gibt also keinen eigenen Festzuschuss für Provisorien, unabhängig von der Herstellungsart. Laborgefertigte Provisorien können im Einzelfall mit entsprechender Begründung Teil der Regelversorgung sein. Auch dies löst keinen zusätzlichen Zuschuss aus. Ein laborgefertigte Langzeitprovisorium mit Metallgerüst ist hingegen auch mit Begründung ausschließlich nach GOZ anzusetzen.

Zur Anfertigung von laborgefertigten Provisorien ist die Präparation des Zahnes und ein präziser Abdruck erforderlich. Bei der späteren Anfertigung des endgültigen Zahnersatzes muss meist nachpräpariert werden, so dass insgesamt ein erhöhter Behandlungsaufwand für den Zahnarzt entsteht. Die Bema-Nummer 19 ist in Relation zu dem notwendigen Aufwand nach Ansicht der KZVB zu niedrig bewertet. Zudem liegt in der Regel bei der Anfertigung des Langzeitprovisoriums noch kein genehmigter Heil- und Kostenplan vor, so dass der anteilige Zuschuss für ein Provisorium nach Bema-Nummer 19 nach der entsprechenden Befundklasse seitens der Krankenkasse nicht gesichert ist. Bei einer längeren Tragedauer des Provisoriums ist darüber hinaus mit Reparaturen beziehungsweise Erneuerungen zu rechnen, was die Bestimmungen gemäß Bema zur Bema-Nummer 19 häufig überschreiten würde. Aus diesem Grund sind aus Sicht des Referats für Honorarwesen laborgefertigte Langzeitprovisorien mit dem Patient privat zu vereinbaren. Dies gilt für Provisorien aus Kunststoff wie auch für Provisorien mit Metallgerüst.

Im Einzelnen:

  • Langzeitprovisorien aus Kunststoff und Langzeitprovisorien mit Metallgerüst sind grundsätzlich nach GOZ anzusetzen.
  • Ein laborgefertigtes Provisorium nach BEL 031 0 (Provisorische Krone oder provisorisches Brückenglied) ist im Einzelfall zur Bema-Nummer 19 möglich. Ein entsprechender Hinweis auf dem Heil- und Kostenplan ist notwendig.
  • Die Befundklasse 5 kann nicht für festsitzende Provisorien herangezogen werden, auch nicht als andersartige Versorgung.
  • Im Einzelfall kann eine Lückensituation mit einer Interimsversorgung nach Befundklasse 5 versorgt werden (beispielsweise nach Extraktionen) und später bei der Präparation als Ersatz ein festsitzendes Provisorium angefertigt werden.

Die Indikation für provisorische Brücken sollen die Vertragspartner auf Bundesebene neu prüfen. Daraus kann eine Änderung der Richtlinien resultieren. Über etwaige Änderungen wird die KZVB ihre Mitglieder zeitnah informieren.

 

DR. STEFAN BÖHM
REFERENT FÜR HONORARWESEN DER KZVB