Sozietät mit Teilzulassung

Der Fall

Die Tochter einer Zahnärztin hat ihr Studium der Zahnmedizin erfolgreich abgeschlossen und soll die Praxis der Mutter übernehmen. Doch während der 24-monatigen Vorbereitungszeit wird klar, dass die Mutter noch eine Weile arbeiten wird und dass die Praxis eigentlich zu klein ist, um zwei Zahnärzte in Volltätigkeit auszulasten.

Als Alternative kommt eine große Allgemeinpraxis im Bayerischen Wald in Frage, wo sie bereits einmal als Urlaubsvertretung gearbeitet hatte. Dort sind viele Notfälle zu versorgen. In dieser Herausforderung sieht sie ihre berufliche Zukunft. Zuvor möchte sie sich jedoch noch auf dem chirurgischen Sektor weiterbilden.

Der niederbayerische Kollege sucht dringend einen Kompagnon und mit der jungen Kollegin hat er sich auf Anhieb verstanden. Er möchte keinen angestellten Zahnarzt; zweimal schon haben sie ihn nach wenigen Jahren wieder verlassen, da ihnen beziehungsweise ihren Lebenspartnern der Niederlassungsort auf Dauer nicht zugesagt hat. Zum einen, weil das nächste Gymnasium 15 Kilometer entfernt ist, zum anderen wegen der beschränkten Einkaufsmöglichkeiten.

Die Lösung

Die junge Kollegin willigt in die Sozietät mit einer Teilzulassung ein und bleibt für ein Jahr bei ihrer Mutter als angestellte Zahnärztin in Halbtätigkeit. Damit hat die junge Kollegin Zeit, sich an die neue Sozietät zu gewöhnen. Sie entschließt sich, noch ein weiteres Jahr in einer oralchirurgischen Praxis tätig zu sein, um ihre Kenntnisse zu erweitern und den Tätigkeitsschwerpunkt Implantologie zu erwerben. Nach diesen zwei Jahren Zusammenarbeit will sie als vollwertige Sozia einsteigen. Der Praxisinhaber ist einverstanden und wartet die zwei Jahre ab.