Niederlassung und Angestelltentätigkeit verbinden

Der Fall

Nach langer Suche lässt sich ein junger Zahnarzt am Rande einer bayerischen Großstadt nieder. Der Privatanteil unter den Patienten und ihre Zuzahlungsbereitschaft sind hier überdurchschnittlich hoch. Seine Vorstellungen von hochwertiger
Zahnheilkunde kann der junge Kollege hier verwirklichen und auch seine junge Familie fühlt sich wohl.

Er hat sich jedoch einen klaren Blick für die Realität bewahrt: Die Region ist dicht mit Zahnärzten besetzt, der Anteil an Fachzahnärzten steigt und der anspruchsvolle Patientenstamm verlangt ständige Präsenz des Zahnarztes. Deshalb entschließt er sich nach wenigen Jahren, eine junge Kollegin als Ausbildungsassistentin einzustellen. Das Verhältnis zwischen den beiden ist von Anfang an von Offenheit geprägt.  Er sagt ihr, dass er sie nicht in die Sozietät aufnehmen wird. Der jungen Kollegin kommt dies entgegen, denn sie will sich selbst sos schnell wie möglich niederlassen.

Am Ende der zweijährigen Vorbereitungszeit hat sich der Praxisablauf stabilisiert: Für zwei Vollbehandler wäre das Arbeitsvolumen zu gering, für einen Behandler zu viel. Die junge Kollegin sucht eine Praxisübernahme und wird in einer 25 Kilometer entfernten ländlich geprägten Ortschaft fündig, in der schon seit längerem eine kleine Alterspraxis abzugeben ist, für die sich kein Nachfolger gefunden hat.

Eine Lösung bietet die neue Möglichkeit, Niederlassung und Angestelltentätigkeit zu verbinden. Die junge Kollegin übernimmt die kleine ländliche Praxis, die sie nicht voll auslastet, und ist zusätzlich noch beim bisherigen Arbeitgeber halbtags, das heißt in
diesem Fall dreizehn Stunden pro Woche, angestellt und kann durch den nur kurzen Weg ihrer Präsenzpflicht am neuen Niederlassungsort genügen. Am bisherigen Arbeitsplatz bleiben die von den Patienten geschätzten Praxisstrukturen erhalten und im Innenverhältnis haben Kollege und Kollegin alle Möglichkeiten, das Zeitmanagement zwischen Familie und Beruf einvernehmlich zu gestalten.