Qualitätsförderung in der zahnärztlichen Praxis

Deutschland hat eines der besten Gesundheitssysteme der Welt.

Die Förderung von Qualität spielt in diesem Zusammenhang eine besonders wichtige Rolle.

Die Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns und ihre Mitglieder stellen die wohnortnahe und qualitativ hochwertige zahnmedizinische Versorgung der bayerischen Bevölkerung sicher. Dabei trägt die KZVB der zunehmenden Bedeutung von Qualität bereits organisatorisch Rechnung und hat als erste Kassenzahnärztliche Vereinigung in Deutschland bereits vor Jahren einen eigenen Geschäftsbereich Qualität in der vertragszahnärztlichen Versorgung gebildet um die Qualität in den Praxen zu fördern. Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung sind ureigene Aufgaben des Berufsstandes und zugleich Grundvoraussetzung für eine leistungsfähige Zahnmedizin. Die KZVB sieht darin jedoch nur einen Aspekt einer umfassenden Qualitätsförderung, die als kontinuierliche Herausforderung zu verstehen ist. Die Zahnheilkunde in Bayern nimmt einen Spitzenplatz nicht nur in Deutschland, sondern auch im internationalen Vergleich ein.

Qualitätssichernde Maßnahmen finden häufig im Hintergrund statt und sollen hier beispielhaft aufgezeigt werden. Auf den folgenden Seiten sind einige wichtige Bereiche der Qualitätsförderung und die Bestimmungen zum Qualitätsmanagement in der Zahnarztpraxis zu finden.

Wie sich die Zahnärzte für Qualität einsetzen, hat die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) in einer Übersicht zusammengefasst.

Dazu der Artikel "Fortlaufende Verbesserung der Versorgung" im KZVB Transparent 10/2017

Hier die Übersicht als pdf-Datei


Gutachterwesen

Das Gutachterwesen dient der Überprüfung der Behandlungsqualität und ist in Verträgen mit den Krankenkassen geregelt. Die Gutachter sind unabhängig und entscheiden darüber, ob eine Behandlung qualitativ in Ordnung ist, die Versorgung nachgebessert werden kann oder ob eine Neuversorgung notwendig ist.
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Patientenberatung

In der Regel wird der Zahnarzt dem Patienten eine bestimmte Form der Behandlung empfehlen. Wenn der Patient Fragen dazu hat oder nicht sicher ist, für welche mögliche Therapien er sich entscheiden möchte, kann er dies offen anzusprechen. Ein klares Wort hilft oft, Missverständnisse auszuräumen.

Hierfür bietet die KZVB eine Beratungsstelle an. Patienten haben dort kostenfrei die Möglichkeit, telefonisch oder persönlich Informationen einzuholen und sich fachkundig informieren zu lassen. Die Beratungsstelle gibt unter anderem Auskunft über neue Behandlungsmethoden und Therapiealternativen sowie Risiken bei Eingriffen. Sie beantwortet Fragen zur Kostenübernahme durch die Krankenkasse. Die Beratungsstelle steht aber auch den Zahnärzten insbesondere bei komplizierten abrechnungstechnischen Fragen zu Seite.
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Zahnarzt Zweitmeinung

Zudem können Patienten das so genannte „Zweitmeinungsmodell“ der KZVB in Anspruch nehmen. Wenn ein Patient zum Beispiel Zahnersatz benötigt und bereits einen Heil- und Kostenplan des behandelnden Zahnarztes erhalten hat, kann er dazu kostenfrei eine neutrale zweite Meinung einholen. Erfahrene und speziell geschulte Zahnersatzgutachter beraten die Patienten.
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Zusammenarbeit mit externen Patientenberatern

Die KZVB arbeitet seit vielen Jahren eng und vertrauensvoll mit externen Patientenberatern zusammen. Bislang war das vor allem die Unabhängige Patientenberatung Deutschland mit ihren Beratungsstellen in München, Nürnberg, Würzburg und Landshut. Für die Zeit ab 2016 wurde die Beratung neu vergeben. Die KZVB bemüht sich, auch mit den neuen Verantwortlichen die Zusammenarbeit fortzuführen.
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Vertragszahnärztliche Fortbildung

Obwohl alle Zahnärzte bereits über das Berufsrecht zur Fortbildung verpflichtet sind, hat der Gesetzgeber im Jahr 2004 die Fortbildungspflicht der Vertragszahnärzte auch im Sozialgesetzbuch geregelt (§ 95 d SGB V). Demnach ist jeder Vertragszahnarzt zur regelmäßigen fachlichen Fortbildung verpflichtet und muss alle fünf Jahre der für ihn zuständigen Kassenzahnärztlichen Vereinigung (KZV) nachweisen, dass er dieser Pflicht in den zurückliegenden fünf Jahren nachgekommen ist.
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Qualitätsmanagement

Der Kerngedanke von Qualitätsmanagement besteht darin, qualitätsfördernde Instrumente und Maßnahmen im Praxisalltag zu verankern. Das Praxisteam soll dabei nach Plan-Do-Check-Act-Muster selber zum Treiber einer kontinuierlichen Qualitätsentwicklung in den Zahnarztpraxen werden. Jeder Vertragszahnarzt ist nach dem Sozialgesetzbuch (§ 135 a SGB V) verpflichtet, ein einrichtungsinternes Qualitätsmanagement in seiner Praxis einzuführen und weiterzuentwickeln.
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Qualitätszirkel – Austausch von Zahnarzt zu Zahnarzt

Qualitätszirkel gibt es bundesweit. In kleinen Arbeitskreisen, die von einem Moderator geleiteten werden, tauschen sich die teilnehmenden Zahnärzte kontinuierlich über ihre Arbeit aus, um die eigene Behandlungspraxis zu analysieren und gezielt weiterzuentwickeln. Der Moderator ist in der Regel selbst Zahnarzt und unterstützt die Selbständigkeit der Gruppe.
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Fehlermeldesystem CIRSdent – Jeder Zahn zählt!

Ähnlich wie in der Luftfahrt wurde Anfang 2016 ein sogenanntes Fehlermeldesystem eingeführt. Das gemeinsame Berichts- und Lernsystem von Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung (KZBV) und Bundeszahnärztekammer (BZÄK) „CIRSdent – Jeder Zahn zählt!“ (CIRS: Critical Incident Reporting System) leistet einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Patientensicherheit. Zahnärztinnen und Zahnärzte sollen über dieses Online-System aus eigenen Erfahrungen mit unerwünschten Ereignissen im Praxisalltag und aus Erfahrungen ihrer Kollegen lernen.

Zur Registrierung klicken Sie auf den Link www.cirsdent-jzz.de und wählen den grünen Menüpunkt ,,Bericht erstellen". Es öffnet sich das Login-Fenster. Klicken Sie auf ,,Registrieren Über Registrierungsschlüssel". Die dafür benötigten Zugangsdaten haben Sie mit der Februar-Abrechnung erhalten. Zur Anforderung eines neues Schlüssels (im Verlustfall) können Sie an vorstand(at)kzvb.de mailen.
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Zahnärztliche Agenda Qualitätsförderung

Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung und Bundeszahnärztekammer haben 2014 gemeinsam die neue Agenda Qualitätsförderung für die zahnmedizinische Versorgung entwickelt. Das Grundsatzpapier, an dessen Überarbeitung eine Vielzahl von Experten mitgewirkt hat, verdeutlicht die Positionen des Berufsstandes in Sachen Qualitätssicherung.
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Zentrum Zahnärztliche Qualität

Das Zentrum Zahnärztliche Qualität ist eine gemeinsame Einrichtung von Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung und Bundeszahnärztekammer. Es wurde im Jahr 2000 gegründet, um die Trägerorganisationen bei ihren Aufgaben im Zusammenhang mit der Qualitätssicherung zahnmedizinischer Berufsausübung zu unterstützen. Ein Aufgabenschwerpunkt des ZZQ liegt in ihrer Funktion als Koordinationsstelle bei der Entwicklung von Leitlinien in der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde.
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Leitlinien für die Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde

Leitlinien für die Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde sind systematisch entwickelte, wissenschaftlich begründete und praxisorientierte Entscheidungshilfen für die angemessene zahnärztliche Vorgehensweise bei spezifischen Behandlungsszenarien. Sie dienen als Orientierungshilfen, von der in begründeten Fällen abgewichen werden kann oder sogar muss. Da Leitlinien auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen, können sie die Behandlung sicherer machen.
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Informationen über zahnärztliche Arzneimittel

Die Arzneimittelkommission der Zahnärzte, ein gemeinsames Gremium von Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung und Bundeszahnärztekammer, ist Herausgeber der „Informationen über Zahnärztliche Arzneimittel“. Die Publikation dient als Nachschlagewerk für Fragen im Zusammenhang mit angemessenen Arzneimitteltherapien.
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