eAU. ICD-10 Kodierung.

Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung.

Seit 1. Januar 2022 ist die Anwendung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung verpflichtend.

Bei der weiteren Einführung der eAU werden Zahnarztpraxen in der Anfangsphase oftmals noch papiergebundene Ersatzverfahren nutzen müssen. Unten erläutern wir Ihnen verschiedene Fälle.

Zeitlicher Ablauf

Zum 1. Januar 2022 wurde das frühere Muster 1 durch den Vordruck e01 ersetzt. Die Daten werden von der Praxis direkt elektronisch an die Krankenkasse übermittelt. Seit 1. Juli 2022 stellt die Krankenkasse erstmals dem Arbeitgeber AU-Daten digital zur Verfügung. Hat der Patient den Arbeitgeber informiert, kann dieser die AU-Daten abrufen.Einzelheiten zum Übermittlungsprozess und Ausfüllhinweise finden Sie unter Anlage 14 b, S. 31f zum BMV-Z: https://www.kzbv.de/bundesmantelvertrag.1223.de.html

eAU mit ICD-Kodierung seit 1.1.2022

Mit der eAU wurde die Kodierung mit ICD-10 Pflicht - alle Details finden Sie in unserem Abstract eAU, ICD-10-GM KODIERUNG -  ALLES AUF EINEN BLICK

ICD-10: Kode, bisher häufig verwendete Freitextdiagnose und Beschreibung

Ab Seite 9 finden Sie in unserem Abstract eine Tabelle zu den Kodes 


Ergänzend hierzu haben wir für Sie folgende Virti-Clips (Erklärfilme der KZVB) erstellt:

Weiterführende Links zur eAU und ICD-10-Kodierung:

Unter www.dimdi.de finden Sie neben weiteren Infos unter Klassifikationen > ICD die Broschüre Basiswissen Kodieren des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI).

Die Website der Bundes-KZV bietet ausführliche Informationen zur eAU, insbesondere zu den technischen Voraussetzungen, der Übermittlung mit Hilfe von KIM und zur Erleichterung Ihrer Arbeit mit Hilfe der Komfortsignatur.

Erforderliche Ausstattung für die eAU - technische Voraussetzungen:

Papiergebundene Ersatzverfahren

An dieser Stelle möchten wir Sie auf die Besonderheiten aufmerksam machen, welche im BMV-Z (Anlage 14b) geregelt sind, wenn die Übermittlung des digitalen Datensatzes an die zuständige Krankenkasse aus technischen Gründen für die Praxis nicht möglich ist oder wenn der Patient aktuell nicht bei der Krankenkasse versichert ist:

 

Technische Störung:

Patient befindet sich zum Zeitpunkt der technischen Störung noch in der Praxis:

  • Eine papiergebundene unterschriebene Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) ist zu erstellen. Dem Patienten ist diese in dreifacher Ausfertigung (Krankenkasse, Arbeitgeber und Patient) auszuhändigen.
  • Um ggf. eine zeitliche Verzögerungen bei der Gewährung von Kranken- bzw. Verletztengeld zu vermieden, hat der ZA den Patienten zu informieren, dass dieser die AU-Bescheinigung unverzüglich an seine Krankenkasse zu übermitteln hat. Hierzu hat die papiergebundene Ausfertigung für die Krankenkasse folgenden schriftlichen Hinweis zu enthalten: „Wird Ihnen in der Arztpraxis die für die Krankenkasse bestimmte Ausfertigung der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausgehändigt, leiten Sie diese bitte an Ihre Krankenkasse weiter. Dadurch können zeitliche Verzögerungen bei der Gewährung von Kranken- bzw. Verletztengeld vermieden werden."

Patient befindet sich zum Zeitpunkt der technischen Störung nicht mehr in der Praxis:

  • Ist die Datenübermittlung an die Krankenkasse auch nicht bis zum Ende des nachfolgenden Werktags möglich, sendet die Praxis umgehend die unterschriebene AU-Bescheinigung (Ausfertigung Krankenkasse) postalisch an die zuständige Krankenkasse.
  • Die AU-Bescheinigung muss innerhalb einer Woche nach Beginn der Arbeitsunfähigkeit bei der Krankenkasse eingegangen sein, sonst ruht der Anspruch des Patient auf Krankengeld.

Allgemeiner Hinweis zur Dokumentation:

Sind die technischen Voraussetzungen für die digitale Erstellung und Übermittlung der Daten nicht gegeben und liegen die Gründe nicht in der Verantwortung der betroffenen Zahnarztpraxis, können in diesen Ausnahmefällen die AU-Daten unter Verwendung der PVS hinterlegten Formulare gedruckt und an die zuständige Krankenkasse übermittelt werden.

Die Praxis sollte Folgendes besonders sorgfältig dokumentieren:

  • Fehlerprotokoll des KIM-Dienstes oder Grund der technischen Störung
  • Aushändigung der papiergebundenen AU an den Patienten sowie die Information zur Weiterleitungsplicht
  • ggf. Versand der papiergebundenen AU an die zuständige Krankenkasse

 

Krankschreibung eines Kindes:

Wenn das Kind erkrankt ist, können sich gesetzlich krankenversicherte Eltern für eine bestimmte Anzahl an Tagen im Jahr unbezahlt vom Arbeitgeber freistellen lassen. Die entsprechende „Ärztliche Bescheinigung für den Bezug von Krankengeld bei Erkrankung eines Kindes“ wird nicht elektronisch an die Krankenkassen versendet. Hierfür ist weiterhin das Muster 21 zu verwenden. Weitere Informationen finden Sie hier.

 

Der Patient ist aktuell nicht bei der Krankenkasse versichert:
  • Die übermittelten Daten der eAU werden bei der nicht zuständigen Krankenkasse gelöscht. Diese versendet eine standardisierte Fehlermeldung an den Zahnarzt. Der Zahnarzt hat seinen Patienten darüber zu informieren. Wir empfehlen das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) mit der eGK der zuständigen Krankenkasse umgehend durchzuführen.
  • Eine Übermittlung der Arbeitsunfähigkeitsdaten an die zuständige Krankenkasse hat erst dann zu erfolgen, wenn der Patient dies ausdrücklich veranlasst.

Die Praxis sollte Folgendes besonders sorgfältig dokumentieren:

  • Fehlermeldung von Seiten der Krankenkasse (Patient kein Mitglied bei der Krankenkasse)
  • Information des Patienten sowie die ggf. weitere Veranlassung der Übermittlung der AU-Daten an die zuständige Krankenkasse

Hinweise zur Abrechnung:

  • Unter der GOÄ-Nr. 7700 kann das Erstellen der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU bzw. AU) abgerechnet werden.
  • Mit der Ordnungsnummer 602 können die tatsächlich entstanden Portokosten für den aufgrund technischer Störung notwendigen Postversand der AU-Bescheinigung (ausgedruckten Stylesheets – Ausfertigung Krankenkasse) an die zuständige Krankenkasse abgerechnet werden.