Asylbewerber. Zahnärztliche Versorgung.

FAQs zur zahnmedizinischen Behandlung von Asylbewerbern in Bayern. Dateien für die Anamnese und Aufklärung.

FAQs zur zahnmedizinischen Behandlung

Die bisher meist gestellten Fragen im Zusammenhang mit der Behandlung dieser Patienten und die dazugehörigen Antworten haben wir in dieser Liste 
für Sie zusammengestellt. 

Leistungsverzeichnis (Positivliste)

Die KZVB hat dieses Leistungsverzeichnis erstellt und mit dem Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration abgestimmt. Das Leistungsverzeichnis kann bei den Leistungsberechtigten nach § 1 des Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) angewendet werden.
Bei Leistungsberechtigten nach § 1a AsylbLG – das sind die Asylbewerber, die kurz vor der Abschiebung stehen – findet das Leistungsverzeichnis nur sehr eingeschränkte Anwendung (siehe FAQs). Beachten Sie die entsprechende Eintragung im Zahnbehandlungsschein. In diesem Zusammenhang weisen wir auf die Abrechnungsmappe (SOKO) hin.

Sofern Leistungen erbracht werden müssen, die im Leistungsverzeichnis nicht gelistet sind, ist eine Genehmigung beim Kostenträger einzuholen.

Anamnese & Aufklärung: Anamnesebogen, Patientenbogen in folgenden Fremdsprachen

Albanisch (Shqip) - Abanien, Kosovo
Amharisch (Äthiopien)

Anamnesebogen    Patientenbogen

 

Das Amharische ist Amtssprache in Äthiopien. Oft sprechen auch in Äthiopien aufgewachsene Eritreer amharisch, sowie in Dschibuti lebende Äthiopier.

Arabisch (Syrien)

Anamnesebogen    Patientenbogen


Arabisch ist unter anderem Amtssprache im IrakSyrienAlgerienMarokko und Tunesien, in EritreaSomalia und Sudan.
 

Englisch / Arabisch (Syrien)
Persisch (Farsi, Dari) - Iran, Afghanistan, Tadschikistan

Anamnesebogen   Patientenbogen

 

Die persische Sprache  ist Amtsprache im Iran. Sie wird dort als Fārsī (فارسی) bezeichnet. Ebenso ist sie Amtsprache in Afghanistan: Fārsī-yi Darī (درى) ist die offizielle Bezeichnung in Afghanistan („afghanisches Persisch“) und Pakistan. In Tadschikistan: Tādschikī.
Zudem sprechen in zahlreichen anderen Ländern viele Menschen persisch: insbesondere in Usbekistan, Aserbaidschan, Pakistan, Nordindien und dem Irak.

In Pakistan werden als Amtssprache Urdu und die englische Sprache verwendet. Urdu hat einen Anteil an Lehnwörtern arabischen und persischen Ursprungs.

Anamnesebögen und Infos in weiteren Sprachen (Urdu zum Beispiel) finden Sie auf der Website der BundesKZV.

Fremdsprachige Informationen für Patienten

BLZK: Infoblätter für Patienten

Das Referat Patienten der Bayerischen Landeszahnärztekammer hat vier Infoblätter für Patienten zu den Themen „Gesunde Kinderzähne“, „Mundhygiene zu Hause“, „Parodontitis“ und „Zähne und Allgemeingesundheit“ übersetzen lassen. Sie können die Infoblätter in den Fremdsprachen Arabisch, Bulgarisch, Englisch, Farsi, Französisch, Rumänisch, Russisch, Somali, Spanisch, Tigrinya* und Türkisch unter www.blzk.de herunterladen.

* Tigrinya ist (neben anderen Sprachen) eine der Nationalsprachen Eritreas und Arbeitssprache im äthiopischen Regionalstaat Tigray.

Ratgeber: Gesundheit für Asylsuchende

Das Bundesministerium für Gesundheit hat den "Ratgeber Gesundheit für Asylsuchende in Deutschland" veröffentlicht. Der Ratgeber wurde in Zusammenarbeit mit dem Ethno-Medizinischen Zentrum e.V. und in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden aus Bund und Bundesländern erstellt.

Der Ratgeber informiert Asylsuchende über wichtige Grundzüge der Gesundheitsversorgung in Deutschland und das Verhalten im Falle einer Erkrankung. Er gibt Hinweise zum Schutz der eigenen Gesundheit sowie zur notwendigen und verpflichtenden Erstuntersuchung nach der Ankunft in Deutschland. Gleichzeitig dient er Behörden und medizinischem Personal vor Ort als Hilfestellung und enthält einen mehrsprachigen, herausnehmbaren Impfausweis.

Der Gesundheitsratgeber erscheint in Deutsch, Englisch, Arabisch, Kurdisch (Kurmanci) und Paschto. Damit ist er in den Sprachen erhältlich, die Asylsuchende am häufigsten sprechen. Er ist als PDF zum Download sowie als Online-Version auf der Website des Bundesgesundheitsministeriums verfügbar:

Übersichtsseite mit allen PDFs

Allgemeine Informationen zur Behandlung

Medikamenten-Verordnung & religiöse Vorgaben

Der Islam verbietet - wie das Judentum - Schweinefleisch zu essen. Das kann Konsequenzen haben für die Verschreibung von Medikamenten, die in Hartkapseln vertrieben werden. Im Sinne der Patientenautonomie ist es, wenn der Behandler den Patient entsprechend aufklärt und ihm damit die Möglichkeit gibt, die Einnahme von vornherein abzulehnen oder Vor- und Nachteile abzuwägen.
Mehr Infos auf zm-online.de

Akut behandlungsbedürftige Infektionskrankheiten

Unter den derzeitig zahlreich eintreffenden Asylsuchenden kam es in den letzten Wochen zum vereinzelten Auftreten schwerer, seltener, zum Teil mit der Fluchtreise assoziierter Erkrankungen. Daher sollte medizinisches Personal, welches Asylsuchende (sowie Asylbewerber, Flüchtlinge) betreut, auf einige dieser für Deutschland ungewöhnlichen Erkrankungen vorbereitet sein. Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat im September 2015 eine tabellerarische Übersicht veröffentlicht. Ausgehend von einzelnen Fällen der in der Tabelle aufgezählten Erkrankungen ist eine Ausbreitung in die Allgemeinbevölkerung sehr unwahrscheinlich!
Tabellarische Übersicht (PDF)

Weiterführende Informationen hat das RKI in einer Linkliste zusammengestellt.

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hat ein Merkblatt für ehrenamtliche Asylhelferinnen und -helfer zum Umgang mit Asybewerbern in Bezug auf mögliche Infektionsgefährdungen erstellt (Stand 15.09.2015).

Versicherungsschutz bei Flüchtlingsbehandlung

Die Deutsche Ärzteversicherung garantiert Zahnärzten, die ambulante Behandlungen von Flüchtlingen vornehmen, Versicherungsschutz in der Berufshaftpflicht-Versicherung. Wie die Ärzteversicherung mitteilt, gilt dies für alle laufenden Berufshaftpflichtverträge von Ärzten und Zahnärzten. Jedem Arzt und Zahnarzt werde auf Wunsch eine entsprechende Versicherungsbestätigung ausgestellt. Diese Regelung gelte aber auch ohne explizite Bestätigung für alle versicherten Ärzte und Zahnärzte. „Der Versicherungsschutz gilt sowohl für privatrechtliche Ansprüche als auch für öffentlich-rechtliche Ansprüche des jeweiligen Bundeslandes bei grob fahrlässigem Verhalten des Behandelnden", heißt es.
Mehr Infos auf zm-online.de